Der junge Hegel in Stuttgart, Aufsätze und Tagebuchaufzeichnungen 1785-1788

Marbach, Deutsches Literaturarchiv 1970.

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Hegels geistige Wirkung auf seine Mit- und Nachwelt hat ihren Ausgang von Berlin genommen. Sein Name ist mit den ersten Jahr zehnten der 1810 gegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität genau so verknüpft wie die Namen der Humboldt, Fichte, Schleiermacher, Savigny, Bopp, Hufeland und anderer. Zudem haben Zeitgenossen und Spätere – teils in apologetischer, teils in kritischer Absicht – Hegels Philosophie und preußisches Staatsdenken so eng und nachhaltig auf einander bezogen, daß sich die Formel vom »preußischen Staatsphilosophen« allenthalben in rascher Assoziation einstellt, wo von Hegel die Rede ist.

So kann es nicht verwundern, daß Hegels Stuttgarter Herkunft dem allgemeinen Bewußtsein so gut wie gar nicht mehr präsent ist. Es be darf der Erinnerung. Die 200.Wiederkehr seines Geburtstags bietet willkommenen Anlaß, die Kindheits- und Jugendjalire, die Hegel in seiner Vaterstadt verlebte, erneut ins Gedächtnis zu rufen.

Freilich, diese Jahre von seiner Geburt am 27. August 1770 bis zumAbgang vom Gymnasium im Herbst 1788 – sie haben nichts Spektakuläres, nichts Erregendes an sich. Noch ist von der evolutionierenden Kraft und der konstruktiven Kühnheit, die Hegels Denken einmal eignen wird, nichts zu spüren. Es sind Jahre eines stillen, gediegenen Sich-Bildens, eines ruhig fortschreitenden Hineinlebens in das Allge meine und Gültige der vorhandenen Welt…

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